Haftungsprobleme eines Leitstellendisponenten: - Unterscheidung Zivil- und Strafverfahren - Regressansprüche auf Schadenserssatz- und Schmerzensgeld gegenüber Disponenten - Sachverhaltsschilderung zum Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen - Gruppenarbeit: Wie würden Sie in diesem Strafverfahren gegen den Disponenten entscheiden?
Anfangen statt aufschieben heißt: ins Handeln zu kommen. Marc Gistrichovsky und Stephan Bandlow stellen erstmals die Umfrageergebnisse zur Bremerhavener Erklärung vor und diskutieren mit den Teilnehmenden, wo Leitstellen bei Notrufabfrage, Feedback, CIRS, Never Events, 116117 und IT-Sicherheit tatsächlich stehen. Wo liegen im Alltag die Umsetzungshindernisse? Gemeinsam erarbeiten wir konkrete, umsetzbare Schritte für kleine wie große Leitstellen – auch als Impuls für die nächste Bremerhavener Erklärung und für die Arbeit in den fachlichen Arbeitsgruppen des Fachverband Leitstellen e.V.
Medien warten heute nicht mehr auf Pressemitteilungen. Sie berichten in Echtzeit, bewerten live und reagieren auf Gerüchte, Videos und Augenzeugen. Schweigen der Leitstelle füllt kein Vakuum – es vergrößert es. In kritischen Lagen entscheidet nicht nur der Einsatz, sondern auch die erste Information. Der Workshop zeigt praxisnah, wie sich die Medienlogik verändert hat, warum Leitstellen Teil des Informationsraums sind und wie strukturierte Erstinformationen über das Pult des Lagedienstes helfen, Tempo, Vertrauen und Deutungshoheit zu behalten. Ziel ist nicht PR, sondern Führung des öffentlichen Informationsraums!
Low-Code-Einsätze im Rettungsdienst sind heutzutage mit unterschiedlichen Instrumentarien in den Ländern beherrschbar: NKTW, Gemeindenotfallsanitäter und differenzierte Disposition entlasten das System. Doch wie sieht es bei der Feuerwehr aus? Schießen wir weiterhin mit Kanonen auf Spatzen? Ist das System so noch zeitgemäß?
Notrufgespräche finden meist in emotionalen Ausnahmesituationen statt. Anrufende sind häufig überfordert und erwarten sofortige Hilfe, da sie die Abläufe und Komplexität des Rettungssystems nicht kennen. Der Notrufannehmende trägt die zentrale Verantwortung: Sie oder er muss die Lage schnell erfassen, die richtige Hilfe veranlassen, Gefahren einschätzen und Anleitungen geben. Eine strukturierte Gesprächsführung und klare Qualitätsstandards sind hierbei entscheidend.
Der Vortrag skizziert die Risiken des Geheimnisverrats nach § 203 Abs. 1 StGB und § 203 Abs. 4 StGB im Leitstellenalltag. Im Fokus stehen die strafrechtlichen Konsequenzen einer unbefugten Informationsweitergabe aus Rettungsdiensteinsätzen an Ermittlungsbehörden sowie die Frage, ob und unter welchen Voraussetzungen Zeugnisverweigerungsrechte nach §§ 53, 53a StPO bestehen können.
Am 10. Juni 2025 kam es in einer Grazer Schule zu einem Amoklauf eines ehemaligen Schülers, der 10 Menschen tötete und weitere 11 verletzte. Die Abläufe und Maßnahmen der Rettungsleitstelle Steiermark sowie die Auswirkungen auf die handelnden Personen stehen im Mittelpunkt dieses Vortrags, dargestellt werden auch die „Lessons learned“ sowie Problemstellungen und daraus resultierende Optimierungen.
SNA: selbstständiges Nachdenken ausdrücklich erwünscht – das Motto während der Entwicklungsphase! Die Zielsetzung ist klar definiert: Verbesserung im Wissensmanagement, Qualitätssteigerung der Notrufbearbeitung, Handlungssicherheit für Mitarbeitende, Reduzierung des Beschwerdepotenzials, Verbesserung statistischer Erhebungen. Der Unterschied zu einer üblichen SNA ist, dass am Ende kein automatisiertes Einsatzrubrum erstellt wird und somit für die Einsatzdisposition faktisch folgenlos bleibt. Es gilt für jeden Notrufannehmenden weiterhin: Selbstständiges Nachdenken ausdrücklich erwünscht!
Die Akutversorgung in den Niederlanden befindet sich im Wandel. Am Beispiel der Region Rotterdam-Rijnmond nehmen wir Sie mit in die Praxis des Rettungsdienstes – einschließlich der Integrierten Leitstelle – und zeigen, wie moderne Akutversorgung heute organisiert ist. Im Fokus stehen die enge Zusammenarbeit mit Ketten- und Netzwerkpartnern, aktuelle Projekte sowie der Umgang mit steigender Nachfrage und begrenzten Kapazitäten. Ziel ist es, Menschen gezielt zur richtigen Hilfe und zur passenden Versorgung zu führen – smart, vernetzt und zukunftsorientiert.
Mit dem EU AI Act tritt erstmals ein verbindlicher Rechtsrahmen für Künstliche Intelligenz in Kraft. Für Leitstellen ist dies von besonderer Relevanz: Systeme zur Notrufklassifizierung oder Einsatzpriorisierung werden darin als „Hochrisiko-KI“ eingestuft. Dies nimmt nicht nur die Entwickler, sondern auch die Betreiber in die Pflicht. Der Vortrag beleuchtet kompakt die spezifischen Anforderungen – von Transparenzvorgaben über das Qualitätsmanagement bis hin zur menschlichen Aufsicht (Human-in-the-Loop). Dieser Vortrag gibt einen praxisnahen Überblick über die rechtlichen Leitplanken und zeigt auf, wie der Weg zur AI-Act-konformen Leitstelle gelingt.
Mit 10 Jahren Erfahrung in der Notruf-Kommunikation für BOS setzt EmergencyEye mit NEXT den nächsten Entwicklungsschritt. ISO 27001- und ISO 9001 zertifiziert, präqualifiziert und mit einer Lösung, entwickelt und gehostet in Europa, die auf jedem Endgerät ohne Installation funktioniert, vereint EmergencyEye zentrale Anforderungen an Sicherheit, Flexibilität und Skalierbarkeit und ermöglicht zugleich eine geräteunabhängige, DSGVO-konforme Echtzeit-Kommunikation, die sich nahtlos in bestehende Leitstellenprozesse einfügt und Disponenten sowie Einsatzkräfte optimal unterstützt. Bereits heute wird EmergencyEye im Notruf in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg und in Servicegesprächen weltweit genutzt. Denn die EmergencyEye-Technologie wird, zunächst für den Notruf entwickelt, mittlerweile von Weltmarkt-führenden Unternehmen im Service und Kundendienst eingesetzt.
Die L2R GmbH als Innovator für moderne Leitstellen befähigt Organisationen, den nächsten Entwicklungsschritt zu gehen. Mit SECONDS als KI-gestützter Dispositionsunterstützung und CommandX als ganzheitlichem Konzept für Führung und Schulung werden Entscheidungsprozesse verbessert, Mitarbeitende gezielt entwickelt und Abläufe nachhaltig optimiert. Die Einbindung vernetzter Ersthelfer über corhelper ergänzt das Ökosystem und stärkt die Reaktionsfähigkeit im Einsatz – für eine leistungsstarke, zukunftsfähige Leitstelle.
Der Vortrag zeigt einen Rückblick auf das Projekt „Zukunftsformen des Leitstellenverbundes“ mit Schwerpunkt auf organisatorischen, fachlichen und politischen Arbeitsschritten. Sie zeigt die zeitliche Abfolge von Phasen, Aufgaben und Meilensteinen – beginnend mit der Projektinitialisierung über Organisationsfestlegungen, politische Beschlüsse, Ausschreibungen sowie die Kommunikationen mit Stakeholdern bis hin zur Standortentscheidung 2025.
Der Vortrag „Wenn jede Sekunde zählt – Höhere Signalqualität bei Notrufen dank Künstlicher Intelligenz“ beleuchtet praxisnah die Einsatzmöglichkeiten von KI in Feuer- und Rettungsleitstellen. Auf Basis einer empirischen Umfrage unter deutschen Leitstellen werden aktuelle Herausforderungen, Erwartungen und Hemmnisse dargestellt. Im Fokus stehen konkrete Anwendungsfälle, wie KI die Signalqualität von Notrufen verbessert, Arbeitsprozesse optimiert und Disponentinnen und Disponenten aktiv im Notrufmanagement unterstützt, um Personal nachhaltig zu entlasten und die Einsatzbearbeitung zu beschleunigen.
Der Begriff „Never Events“ stammt ursprünglich aus der Medizin und bezeichnet schwerwiegende, eindeutige und vermeidbare Fehler, die bei Einhaltung von Sicherheitsstandards nicht vorkommen dürfen. Es geht hierbei um das proaktive und vorausschauende Reduzieren und Eliminieren von Risiken im Alltag – noch bevor die Situation überhaupt entstehen kann. Eine interprofessionelle Arbeitsgruppe aus Österreich und Deutschland überträgt das Konzept der Never Events in die Leitstellenwelt und nutzt dabei u.a. die Erfahrungen und Expertise der Besucherinnen und Besucher des Symposiums 2025. Der Vortrag informiert über die laufende Forschung zu Never Events in der Leitstelle, präsentiert erste Ergebnisse und gibt einen Ausblick auf kommende Entwicklungen.
Zunehmende hybride Bedrohungen und wachsende geopolitische Spannungen verändern die sicherheitspolitische Realität in Europa. Der Bevölkerungsschutz befindet sich mitten in einer strategischen Neuausrichtung hin zu stärkerem Fokus auf Zivilschutz, Bündnisverteidigung und hybriden Gefahrenlagen. Die Integrierten Leistellen werden zum zentralen Knotenpunkt und stehen vor organisatorischen, technischen und konzeptionellen Herausforderungen. Es gilt, Handlungsbedarfe aufzuzeigen und innovative, zeitgemäße Lösungsansätze zu skizzieren.
Vom Echtzeit-Lagebild zur Einsatzplanung: Das Monitoring Center der Zukunft. Wie gelingt der Sprung von einer Maps-Anwendung zur Plattform für Echtzeit-Entscheidungen? Jens Wille (Ubilabs) zeigt am Beispiel des Monitoring Centers Düsseldorf, wie eine zentrale Plattform alle einsatzrelevanten Daten bündelt. Vom Rheinpegel über Luftqualität bis zum Verkehr fließen diverse Ströme in ein ganzheitliches Lagebild ein. Während dies bereits heute die operative Basis bildet, zeigen wir einen Ausblick auf die nächste Stufe: Wie KI-gestützte Analysen und Earth Observation künftig Daten veredeln, um über Predictive Analytics eine proaktive Einsatzplanung zu ermöglichen.

Veranstalter:
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